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Das Picek-Syndrom ist ein von Thomas Picek 2011 erstmals formuliertes psychoanalytisches Konzept.
Allgemeine Beschreibung
Das Picek-Syndrom beschreibt das mehrphasige Gefühl etwas zu verpassen. Der in der Vergangenheit schon oft thematisierte aber nicht näher definierte Gefühlszustand wurde daher 2011 erstmals in 3 verschiedene Phasen mit 2 Handlungssträngen unterteilt:
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Phase I beschreibt die sich aufbauende Erwartungshaltung gegenüber einem möglichen Ereignis, welches potentiell verpasst werden könnte. Diese Erwartungshaltung nimmt umso schneller zu, je näher der Zeitpunkt rückt, an dem das mögliche Ereignis eintreten könnte.
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Der „point of no return“ beschreibt den Entscheidungspunkt, an dem entweder das ursprüngliche Handlungsmuster beibehalten wird, oder von dem Handlungsstrang maßgeblich abgewichen wird. Dieser Entscheidungspunkt führt unweigerlich zu Phase IIa oder IIb.
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Phase IIa beschreibt den Gefühlszustand, nach abweichender Handlung etwas verpasst zu haben, ohne zu wissen, ob das Ereignis eingetreten ist, gegenüber dem man die Erwartungshaltung aufgebaut hat. Das Gefühl kann nur durch die Erkenntnis kompensiert werden, nichts verpasst zu haben (Phase IIIa). Andernfalls kann es sich in Relation zur vorher aufgebauten Erwartungshaltung intensivieren.
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Phase IIb beschreibt die sich steigernde Erwartungshaltung zwischen dem „point of no return“ und dem Eintreten des Ereignisses. Es besteht hier das Bewusstsein, den Handlungsstrang beibehalten zu haben und dem Ereignis entgegenzusteuern.
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Phase III beschreibt das Gefühl der Erleichterung nach dem Zeitpunkt des möglichen Ereignisses. Die Anspannung fällt ab. Die Person durchlebt hierbei entweder Phase IIIa, wenn das Ereignis nicht eingetreten ist, oder Phase IIIb, wenn das Ereignis eingetreten ist. Letzteres potenziert sich noch um das Gefühl der Bestätigung im richtigen Handeln am „point of no return“.
Beispiele
- Ein Mann X besucht eine Party. Als Höhepunkt der Feier ist um Mitternacht ein Überraschungsgast angekündigt worden. X blickt gespannt diesem Moment entgegen (Phase I). Um 22:00 Uhr muss er vorzeitig die Party verlassen (point of no return). Innerlich ist er sehr zerrissen, da er den Überraschungsgast nicht miterlebt hat (Phase IIa). Er erfährt am nächsten Morgen, dass der Gast kam. X ärgert sich dermaßen darüber, dass sich sein Gefühl, etwas verpasst zu haben, intensiviert.
- Eine Frau Y lebt seit 10 Jahren in einer glücklichen Partnerschaft. Sie wird in ein paar Jahren 40 und fragt sich, ob sie in ihrem bisherigen Leben etwas verpasst hat (Phase I). Diese Fragen häufen sich bis zu ihrem 40. Geburtstag (point of no return). Kurze Zeit später vergleicht sie ihre Beziehung mit denen aus ihrem sozialen Umfeld und stellt fest, dass sie alles richtig gemacht hat (Phase IIb mit anschließender Phase IIIb).
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